Der Thronfolger
Dana Meyer Stahlskulpturen und Undine Bandelin Malerei
Der Thronfolger steht sinnbildlich für Macht, die weitergereicht wird – selten hinterfragt und meist ohne Alternative. Er trägt Erwartungen, Projektionen und den permanenten Druck, in eine Rolle zu schlüpfen, die längst vor ihm geschrieben wurde. Ob in politischen Systemen oder am heimischen Esstisch: Hierarchien, Abhängigkeiten und feine Machtverschiebungen werden permanent ausgehandelt. Zwischen Größenwahn und Verletzlichkeit, Inszenierung und innerem Konflikt zeigt sich Macht nicht nur als Herrschaft, sondern als fragile Konstruktion.
Der Thron wird zur Bühne, auf der gesellschaftliche wie private Rollen immer wieder neu verhandelt, behauptet oder zum Wanken gebracht werden.
In der Doppelschau von Undine Bandelin und Dana Meyer treffen Stahlskulpturen auf Malerei und formen gesellschaftliche Allegorien von großer Präsenz.
Dana Meyers frei geschmiedete Stahlfiguren oszillieren zwischen Kraft und Poesie und verleihen dem Material eine überraschende Lebendigkeit.
Undine Bandelin verwandelt den Bildraum in eine Bühne, auf der Drama und Alltäglichkeit dicht nebeneinanderliegen.
Beide Künstlerinnen reagieren auf die Spannungen unserer Gegenwart und entwickeln ihre Arbeiten prozesshaft aus der Dynamik und Bewegung heraus.
So entsteht eine vielschichtige Dramaturgie, die sich im Zusammenspiel der Figuren und ihrer psychologischen Beziehungen entfaltet.